Dieses Bild entstand nach einer Fotografie, die ich während einer Reise in Kambodscha aufgenommen habe.
Das Mädchen sass auf einem schmalen Steg, der weit ins Meer hinausführte. Mit einer einfachen Schnur und einem kleinen Haken zog sie ruhig und konzentriert einen Fisch nach dem anderen aus dem
Wasser.
Für die malerische Umsetzung habe ich die Leinwand mit Seiten aus einer Wirtschaftszeitung beklebt – mit aktuellen Schlagzeilen, Börsenkursen und Finanznachrichten. Diese Welt des Geldes, der Zahlen und der globalen Wirtschaft bildet den Hintergrund des Bildes.
Im starken Kontrast dazu steht das Mädchen. Sie kommt aus einer anderen, ärmeren Welt. Sie kniet auf einem einfachen Floss, das Meer um sie herum ist unruhig und bewegt. Trotzdem wirkt sie ruhig, fokussiert und selbstständig. Sie wartet nicht, sie handelt – und sorgt mit einfachen Mitteln für sich selbst.
„Soraya“ ist eine stille, gesellschaftskritische Arbeit.
Sie stellt Fragen nach Wohlstand, Ungleichheit und Selbstbestimmung – ohne anzuklagen. Das Bild zeigt, dass Stärke nicht aus Besitz entsteht, sondern aus Können, Ruhe und innerer Haltung.
Technik: Ölmalerei
Format: 100 x 80 cm
Jahr: 2017